Povzetek epizode
Die Bilder von Polen als armem, grauem Land – diese Vorstellungen stecken noch in vielen Köpfen. Doch Polen hat sich verändert, es ist ein anderes, wohlhabendes und attraktives Land geworden. Wie sie das erlebt, erzählt Osteuropakorrespondentin Judith Huber im Talk.
Die Bilder von Polen als armem, grauem Land – diese Vorstellungen stecken noch in vielen Köpfen. Doch Polen hat sich verändert, es ist ein anderes, wohlhabendes und attraktives Land geworden. Wie sie das erlebt, erzählt Osteuropakorrespondentin Judith Huber im Talk.
Epizode
TALK: Von arm zu reich: Wie hat sich Polen verändert?
PoslušanoDie Bilder von Polen als armem, grauem Land – diese Vorstellungen stecken noch in vielen Köpfen. Doch Polen hat sich verändert, es ist ein anderes, wohlhabendes und attraktives Land geworden. Wie sie das erlebt, erzählt Osteuropakorrespondentin Judith Huber im Talk.
Der Hunger nach Erfolg. In Polen boomt die Wirtschaft
PoslušanoNoch in den 1990er Jahren galt Polen als das «Armenhaus» Europas. Das war einmal. Denn das Land hat seither stetig an wirtschaftlichem Gewicht zugelegt und gehört heute zu den wohlhabendsten Nationen der europäischen Union. Polen blickt auf eine lange, wechselhafte und oft leidvolle Geschichte zurück. Aber auch auf eine Erfolgsgeschichte: Das Land mit seinen knapp 38 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern gehörte in den letzten Jahrzehnten zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Europäischen Union. Es ist gemessen an der Wirtschaftsleistung, dem BIP, heute die Nummer sechs in der EU. Polens Wirtschaftsaufschwung ist «eine Geschichte, wie die des Tellerwäschers, der zum Millionär wurde». So sagt es der polnische Ökonom Marcin Piatkowski. Gründe dafür gibt es einige. Einer davon: eine umsichtige, pragmatische Wirtschaftspolitik der Eliten bereits in den 1990er Jahren. Ein anderer: Die Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Aber auch: Die Zivilgesellschaft, die Polinnen und Polen selbst, die…
TALK: Sibirien-Krise: Wie trifft der Krieg Russlands Wirtschaft?
PoslušanoIn diesem Bericht aus der Sendung International berichtet der SRF-Russland-Korrespondent Colm McKenzie über seine Reise in den Kusbass, ein bedeutendes Kohleabbaugebiet in Sibirien. Er beleuchtet die wirtschaftliche Krise der dortigen Kohlebranche, die durch den Krieg in der Ukraine und internationale Sanktionen verschärft wird. Der Bericht beschreibt die schwierigen Bedingungen für Journalisten in Russland, die Herausforderungen bei der Informationsbeschaffung in einer repressiven Umgebung sowie die soziale Not der Bergarbeiter. McKenzie thematisiert zudem die Diskrepanbindung zwischen der Hauptstadt Moskau und den abgelegenen Regionen Sibiriens. Er zeigt auf, wie wirtschaftliche Perspektivlosigkeit dazu führen kann, dass entlassene Bergarbeiter als Soldaten in den Krieg ziehen. Die Reportage bietet Einblicke in die politische Lage vor Ort, von Kreml-treuen Kommunisten bis hin zu liberalen Kräften, und reflektiert über die menschlichen Kosten des Konflikts.
Verglühte Heimatfront: Der Ukrainekrieg ruiniert Sibiriens Kohle
PoslušanoDieser Podcast-Bericht beleuchtet die wirtschaftliche Krise im russischen Kuzbass, wo der Niedergang der Kohleindustrie durch Sanktionen und den Krieg in der Ukraine massiv verschärft wird. Der Bericht zeigt die Auswirkungen auf Monostädte, die zunehmende Arbeitslosigkeit und die politische Ohnmacht der lokalen Bevölkerung auf. Zudem werden die sozioökonomischen Folgen des Krieges in der Bergbauregion thematisiert, wobei Entpolitisierung und wirtschaftliche Not den Widerstand schwächen. Es wird aufgezeigt, wie Armut und staatliche Anreize zur Rekrutierung von Soldaten führen und welche langfristigen Schäden der Krieg für die russische Gesellschaft und Wirtschaft bedeutet.
TALK: Ist Brasiliens Demokratie in Gefahr?
PoslušanoDieser Bericht von SRF International analysiert die politische Lage in Brasilien angesichts der tiefen Spaltung des Landes. Im Zentrum steht der Bolsonarismus und die Aussicht auf eine Präsidentschaft von Flavio Bolsonaro, dem Sohn des verurteilten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro. Die Korrespondentin Theresa Delgado beschreibt die extreme Polarisierung zwischen Anhängern von Lula da Silva und den Unterstützern der Bolsonaro-Familie sowie die Auswirkungen auf die demokratischen Institutionen. Zudem gibt der Beitrag Einblicke in das Leben in der Megacity São Paulo und ordnet den aktuellen Trend zu rechten Regierungen in Südamerika ein. Die Analyse deutet darauf hin, dass Wähler oft als Protest gegen soziale Ungleichheit und politische Versprechen abstimmen, was die aktuelle Dynamik in der Region prägt.
Brasilien hat die Wahl: Umverteilung oder Gottvertrauen
PoslušanoDieser Bericht beleuchtet den intensiven Präsidentschaftswahlkampf in Brasilien vor der entscheidenden Stichwahl am 25. Oktober. Im Zentrum steht das Duell zwischen dem amtierenden Präsidenten Luis Inácio Lula da Silva und seinem Herausforderer Flavio Bolsonaro, dem Sohn des verurteilten Ex-Präsidenten Jair Bolsonaro. Die Dokumentation analysiert die tiefgreifende politische Polarisierung des Landes, die Rolle der evangelikalen Kirchen sowie den massiven Einfluss von US-Interessen und geopolitischen Spannungen zwischen den USA und China. Zudem werden die technologischen Herausforderungen des modernen Wahlkampfs thematisiert, insbesondere der Einsatz von künstlicher Intelligenz zur Erstellung von Deepfakes und Fake-Wählern. Die Untersuchung beleuchtet zudem die institutionelle Instabilität Brasiliens, die anhaltende Problematik der Korruption sowie die wirtschaftlichen und sozialen Dynamiken, die das Abstimmungsverhalten der brasilianischen Bevölkerung beeinflussen.
Talk: Wie modern ist Marokko?
PoslušanoIn dieser Ausgabe von «International» beleuchtet der ARD-Journalist Stefan Ehlert die tiefgreifenden Veränderungen in Marokko. Das Land erlebt eine Phase extremer Modernisierung, geprägt durch massive Infrastrukturinvestitionen wie den Ausbau von Hochgeschwindigkeitszügen, neue Megahäfen und monumentale Bauprojekte wie das geplante größte Fußballstadion der Welt. Ehlert beschreibt ein Land der zwei Geschwindigkeiten, in dem technischer Fortschritt und architektonische Superlative auf massive soziale Herausforderungen treffen. Der Bericht thematisiert die politische Macht des Königshauses sowie die wirtschaftlichen Diskrepanzen innerhalb der Nation. Während die industrielle Entwicklung voranschreitet, kämpft das Land mit einer schweren Bildungskrise und einer hohen Jugendarbeitslosigkeit. Die Spannung zwischen staatlich geförderten Prestigeprojekten und der sozialen Realität der Bevölkerung stellt eine potenzielle Zerreißprobe für die Zukunft Marokkos dar.
Marokko – Land der zwei Geschwindigkeiten
PoslušanoDieser Podcast-Beitrag beleuchtet die tiefen gesellschaftlichen Widersprüche im modernen Marokko, geprägt von massiven Infrastrukturprojekten und dem Streben nach Superlativen wie dem größten Fußballstadion der Welt. Während wirtschaftliche Ambitionen und der Fußballboom nationale Identität stiften, stehen soziale Ungleichheit, politische Unterdrückung und die prekäre Lage von Migranten im starken Kontrast dazu. Zudem wird die politische und soziale Instabilität thematisiert, wobei der Fokus auf der Entfremdung der jungen Generation von der Macht des Palastes liegt. Es werden die prekären Lebensbedingungen von Migranten an den Grenzen zu Spanien sowie die hohe Jugendarbeitslosigkeit beleuchtet, die zu politischer Apathie und niedriger Wahlbeteiligung führt.
TALK: Kreta – Wer stoppt die blutigen Familienfehden?
PoslušanoDie Reportage beleuchtet die Schattenseiten der griechischen Insel Kreta, abseits der bekannten Touristenstrände. Im Fokus stehen tief verwurzelte Traditionen des Waffenbesitzes und die Gewalt durch Familienclans, die sich in sogenannten Vendettas oder Blutfehden äußern. Der Beitrag beschreibt die Auswirkungen von Schusswaffengebrauch bei Festlichkeiten wie Hochzeiten sowie die existenziellen Konflikte in Bergdörfern, die durch Bombenanschläge und Schießereien geprägt sind. Der ARD-Korrespondent Moritz Pompel zeigt auf, wie diese Gewalt den Alltag der jüngeren Generation beeinflusst und welche Bemühungen es gibt, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Trotz der hohen Anzahl an Schusswaffen und der Schwierigkeit staatlicher Intervention bleibt die Frage nach der Zukunft einer Tradition bestehen, die zwischen kulturellem Erbe und lebensgefährlicher Instabilität schwankt.
Kreta – Blutrache neben der Idylle
PoslušanoDiese Dokumentation beleuchtet die tief verwurzelte Tradition der Gewalt und Blutrache auf Kreta. Der Bericht führt durch Dörfer wie Vorisia, in denen Schusswechsel zwischen Familien die Gemeinschaft zerrüsten, und untersucht das Erbe von Vendettas, die über Generationen hinweg weitergegeben werden. Neben den Auswirkungen auf die lokale Bevölkerung wird die Rolle des Staates und der Polizei thematisiert, die mit massiver illegaler Waffenbesitz und mafiaähnlichen Strukturen konfrontiert ist. Der Podcast zeigt zudem Ansätze des Widerstands gegen diese Kultur: Von einer Lehrerin, die mit einem viralen Video gegen die Waffengewalt an Schulen kämpft, bis hin zu sportlichen Initiativen wie dem Skirennen auf dem Psiloritis, die neue Perspektiven jenseits der Waffenbesessenheit eröffnen sollen. Die Erzählung verbindet persönliche Schicksale von Opfern historischer Blutrache mit der aktuellen Sicherheitslage auf der griechischen Insel.
TALK: Was macht Sportwetten für Afrikas Jugend so verlockend?
PoslušanoDie Sendung «International» untersucht den rasanten Boom von Sportwetten auf dem afrikanischen Kontinent. Im Gespräch mit dem SRF-Afrika-Korrespondenten Fabian Urech wird beleuchtet, wie die enorme Präsenz von Werbung im öffentlichen Raum und die Verbreitung von Smartphones die Wettkultur in Ländern wie Ghana und Uganda verändert haben. Während traditionelles Lotto an Bedeutung verliert, gewinnen Fussballwetten auf europäische Ligen massiv an Fahrt. Der Bericht thematisiert zudem die sozialen Folgen dieser Entwicklung. Besonders junge Männer mit prekären Einkommensverhältnissen sind gefährdet, durch die ständige Verfügbarkeit von Wetten in eine Spielsucht zu geraten. Die Wettanbieter nutzen gezielt die Hoffnung auf einen sozialen Aufstieg aus, was angesichts fehlender staatlicher Sicherheitsnetze und der zunehmenden Anonymität durch das mobile Wetten zu erheblichen finanziellen Problemen führen kann.
«Arsenal» statt Anstellung: Sportwetten verführen Afrikas Jugend
PoslušanoDie Reportage untersucht den massiven Wettboom auf dem afrikanischen Kontinent, der trotz hoher Armutsraten in Städten wie Kampala und Accra stetig wächst. Anhand des Beispiels von Marvin Masole aus Uganda wird aufgezeigt, wie die Kombination aus Perspektivlosigkeit junger Erwachsener, der rasanten Verbreitung von Smartphones und aggressiver Werbung internationaler Wettanbieter ein hochgradig süchtig machendes Umfeld schafft. Während internationale Unternehmen aufgrund strengerer Regulierungen in Europa und Amerika verstärkt den afrikanischen Markt erschließen, nutzen sie dort oft schwache regulatorische Strukturen aus. Der Bericht beleuchtet die sozioökonomischen Folgen des Glücksspiels, von der Hoffnung auf schnellen Reichtum bis hin zu realen Gefahren wie Verschuldung, dem Zerbrechen von Familien und der Suchtproblematik. Experten warnen davor, dass Regierungen oft nur an den Steuereinnahmen interessiert sind, während die Verantwortung für das Suchtpotenzial einseitig auf die Spieler abgewälzt wird.
TALK: Istanbul – wie lebt es sich in der grössten Stadt Europas?
PoslušanoIn dieser Episode der Sendung «International» berichtet die freie Journalistin Susanne Güsten über die tiefgreifenden Veränderungen in Istanbul während ihrer 30-jährigen Residency. Die Metropole hat sich von einer Stadt mit 8 Millionen Einwohnern zu einer gigantischen Megacity entwickelt, deren Bevölkerungsschätzung bei bis zu 20 Millionen liegt. Der Bericht beleuchtet das wirtschaftliche Zentrum der Türkei, die enorme Landflucht und den sogenannten Schneeball-Effekt der Urbanisierung. Ein zentraler Fokus liegt auf den aktuellen Krisen: Die galoppierende Inflation, die die Kaufkraft massiv untergräbt, sowie die prekäre Wohnsituation. Angesichts der hohen Erdbebengefahr in der Region stehen die Bewohner vor der Herausforderung eines notwendigen, aber extrem teuren und komplexen Wiederaufbaus. Trotz der wirtschaftlichen Belastungen und der Angst vor Naturkatastrophen bleibt Istanbul als wirtschaftlicher und kultureller Knotenpunkt alternativlos für die Menschen im Land.
Eminönü – das pulsierende Herz Istanbuls
PoslušanoDieser Podcast-Bericht beleuchtet den Alltag und die wirtschaftliche Lage im Istanbuler Stadtviertel Eminönü. Durch persönliche Begegnungen mit Händlern, Lastenträgern und Handwerkern wird die Auswirkungen der hohen Inflation und des wirtschaftlichen Wandels auf das tägliche Überleben verdeutlicht. Der Bericht beschreibt zudem den Übergang vom traditionellen Handel zum Tourismus sowie die sozialen Folgen hoher Arbeitslosigkeit unter jungen Menschen und die prekäre Lebenssituation von Arbeitern im Viertel.
TALK: China ernährt Milliarden. Doch zu welchem Preis?
PoslušanoIn dieser Episode der Sendung International erkundet der Korrespondent Samuel Emch die vielfältige und sich im Wandel befindliche Lebensmittelwelt Chinas. Von den Frühstücksgewohnheiten in Shanghai über regionale Spezialitäten bis hin zu den Herausforderungen der Ernährungssicherheit für 1,4 Milliarden Menschen bietet der Bericht einen tiefen Einblick in die chinesische Agrarwirtschaft. Die Reportage thematisiert zudem die Abhängigkeit von Importen bei Futtermitteln, die Folgen vergangener Nahrungsmittelskandale sowie die staatlichen Bemühungen zur Steigerung der Produktivität durch Innovationen und den Einsatz von Gentechnik.
China: Kampf um die Reisschüssel zwischen Tradition und Gen-Tech
PoslušanoDieser Bericht beleuchtet die massive Transformation der chinesischen Landwirtschaft unter dem Ziel der Ernährungssicherheit. Während staatliche Strategien und Agrarkonzerne wie Transfa und Syngenta auf Hochtechnologie, Gentechnik mittels CRISPR und industrielle Skalierung setzen, zeigt sich ein tiefer Graben zwischen der technisierten Zukunft und der Realität der alternden Kleinbauern. Die Episode untersucht das Spannungsfeld zwischen dem Streben nach globaler Marktführerschaft in der Agronomie und der wachsenden Abhängigkeit von Lebensmittelimporten. Im Fokus stehen innovative Start-ups, die durch kontrollierte Klimakammern die Produktivität steigern wollen, sowie die Herausforderungen für traditionelle Landwirte, deren Existenzgrundlage durch den Trend zu größeren, mechanisierten Betrieben zunehmend unter Druck gerät. Die Analyse beleuchtet zudem die ökologischen Folgen der intensiven Nutzung von Düngemitteln und die geopolitische Bedeutung von Saatgut als strategische Ressource.
TALK: Kaum Privates, keine Skandale – wie schafft Meloni das?
PoslušanoDieser Beitrag beleuchtet das Leben und die politische Karriere von Giorgia Meloni, die nach dem Ausscheiden von Silvio Berlusconi einen Rekord als am längsten am Stück regierende italienische Regierungschefin aufgestellt hat. Der Italien-Korrespondent Franco Battel analysiert die Persönlichkeit der rechtskonservativen Politikerin, wobei er auf ihre ausgeprägte Privatsphäre, ihre Herkunft aus einem bescheidenen römischen Viertel und ihren bewussten Verzicht auf die typischen politischen Skandale eingeht. Neben biografischen Details wird auch Melonis politisches Profil untersucht, das von einer postfaschistischen Vergangenheit bis hin zu ihrer aktuellen Rolle als stabile, wenn auch reformunfähige Führungspersönlichkeit reicht. Die Diskussion thematisiert zudem ihre Kommunikationsstrategie über soziale Medien sowie die politische Bilanz ihrer bisherigen Amtszeit in Italien.
Vier Jahre Meloni: Italiens Rekordregierung im Realitätscheck
PoslušanoDieser Bericht analysiert die vierjährige Amtszeit der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und untersucht die Diskrepanz zwischen ihren politischen Versprechen und der gelebten Realität in Italien. Anhand von Fallbeispielen aus Neapel, Bergamo, dem ländlichen Raum und den Vororten von Mailand werden Themen wie die Sanierung von Problemvierteln, Bildungsreformen, die wirtschaftliche Lage der Landwirtschaft sowie die Auswirkungen auf die Rechte gleichgeschlechtlicher Paare beleuchtet. Während Meloni für politische Stabilität und eine klare Identität steht, bleiben strukturelle Probleme wie stagnierende Reallöhne, hohe Energiekosten und soziale Ungleichheit bestehen.
TALK: Wie kommt man an Stimmen im Iran während des Krieges?
PoslušanoIn dieser Episode von «International» spricht der SRF-Nahost-Korrespondent Thomas Guterson über die extrem schwierigen Bedingungen für Journalismus im Iran. Er beschreibt, wie staatliche Überwachung, die Kontrolle des Internets und die ständige Kriegsgefahr eine freie Berichterstattung nahezu unmöglich machen. Guterson erläutert zudem die Risiken für die einheimische Bevölkerung, die durch neue Gesetze und die verstärkte Überwachung zunehmend zur Selbstzensur gezwungen wird. Trotz der massiven politischen und technischen Hürden berichtet er von dem beeindruckenden Mut der Menschen im Iran, ihre Sicht der Dinge dennoch nach außen zu kommunizieren.
Stimmen aus dem Iran: Vom Aufbruch in die Verzweiflung
PoslušanoDieser Podcast beleuchtet die Eskalation der Gewalt im Iran, beginnend mit massiven Protesten und staatlicher Repression bis hin zu US-amerikanischen und israelischen Luftangriffen. Der Bericht thematisiert das Leid der Zivilbevölkerung durch wirtschaftlichen Zusammenbruch, Internetblockaden und die Folgen des Krieges trotz einer kurzen Waffenruhe. Zudem wird die anhaltende wirtschaftliche Not sowie die zunehmende staatliche Kontrolle durch Internetzensur und die Machtübernahme der Revolutionsgarden beschrieben. Ein kurzzeitiges Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran, das von der Bevölkerung als Verrat wahrgenommen wurde, konnte die politische Instabilität und die Spannungen nicht dauerhaft lindern.
TALK: Insel Gotland: Was bedeutet die Rückkehr der Militärs?
PoslušanoDer Nordeuropa-Korrespondent Bruno Kaufmann berichtet über die tiefgreifenden Veränderungen auf der schwedischen Insel Gotland. Einst als friedliche Ferieninsel und neutraler Ort in der Ostsee bekannt, erlebt die strategisch wichtige Insel durch den NATO-Beitritt Schwedens eine massive Militarisierung. Der Bericht beschreibt die zunehmende Präsenz von Militärfahrzeugen, Stützpunkten und Überwachungsanlagen sowie die wachsende geopolitische Bedeutung der Insel als potenzielles Ziel in einem möglichen Konflikt mit Russland. Neben den militärischen Aspekten beleuchtet die Episode auch die gesellschaftlichen Folgen für die lokale Bevölkerung. Während Gotland früher als Brücke und Treffpunkt zwischen den baltischen Staaten und Schweden fungierte, prägt nun das Narrativ der Bedrohung und der Aufrüstung das Bild. Der Bericht thematisiert zudem die historische Verbindung zur Sowjetunion sowie die aktuelle Ankunft von Geflüchteten aus der Ukraine.
Gotland: Schwedens Ferieninsel wird zur Nato-Front gegen Russland
PoslušanoDieser Bericht beleuchtet die tiefgreifenden geopolitischen und gesellschaftlichen Veränderungen auf der schwedischen Ostseeinsel Gotland infolge des NATO-Beitritts Schwedens und des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Die Insel, einst als friedliches Ferienparadies bekannt, wandelt sich durch massive militärische Aufrüstung und die Rückkehr einer permanenten Truppenpräsenz zu einem strategischen Stützpunkt für NATO-Aktionen in Richtung Osteese. Neben der sicherheitspolitischen Neuausrichtung thematisiert die Episode die lokalen Herausforderungen: Eine zunehmende Wasserkrise durch Klimawandel und Militarisierung, Spannungen zwischen Inselregierung und nationaler Politik sowie die Sorgen der ansässigen Bevölkerung vor einer potenziellen Zielscheibe in einem bewaffneten Konflikt. Die Reportage kontrastiert das Leben einfacher Bauernfamilien mit den strategischen Überlegungen hochrangiger Militärbefehlshaber.
TALK: Was ist eigentlich mit Imelda Marcos' Schuhen passiert?
PoslušanoDer Bericht beleuchtet die aktuelle politische Lage auf den Philippinen, die durch den Machtkampf zweier mächtiger Familienclans geprägt ist: der Familie Marcos und der Familie Duterte. Der Südostasien-Korrespondent Martin Aldrovandi berichtet von seiner Reise und beschreibt, wie Ferdinand Marcos Junior das Erbe seines Vaters angetreten hat, während gleichzeitig die Allianz mit dem Duterte-Clan zerbrochen ist. Die Sendung thematisiert zudem die tiefe Spaltung des Landes, die Rolle politischer Dynastien und die Schwierigkeiten für unabhängige Politiker. Aldrovandi schildert persönliche Eindrücke von der emotionalen und teils manipulativen Atmosphäre während der Wahlkämpfe, in denen Musik, Tanz und massive finanzielle Ressourcen eingesetzt werden, um Wähler zu beeinflussen.
Philippinen: Showdown der Dynastien
PoslušanoDieser Podcast beleuchtet den intensiven Machtkampf zwischen den zwei einflussreichsten politischen Dynastien der Philippinen: den Marcos und den Dutertes. Einst Verbündete, befinden sich die Familien nun in einem erbitterten Konflikt, geprägt von Intrigen, Amtsenthebungsverfahren und Vorwürfen des Verrats. Im Zentrum steht die Auslieferung des ehemaligen Präsidenten Rodrigo Duterte nach Den Haag wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch seinen Nachfolger Ferdinand Marcos Junior. Die Reportage zeigt die tiefe Verwurzelung politischer Familienclans in der philippinischen Gesellschaft und wie diese die politische Landschaft dominieren. Während die Anhänger der Marcos-Familie die Rückkehr zur Stabilität suchen, verteidigen die Duterte-Unterstützer den ehemaligen Präsidenten als Kämpfer gegen das Verbrechen, trotz der massiven Vorwürfe aus dem Bereich der Menschenrechtsverletzungen.
TALK: Wie frei sind Israels Medien?
PoslušanoDie Reportage beleuchtet die israelische Medienlandschaft mit einem Fokus auf den privaten Fernsehsender Kanal 14. Die Journalistin Anna Drechsel untersucht, warum dieser Sender oft als reines Sprachrohr der Regierung unter Premierminister Netanjahu und als Instrument für Propaganda wahrgenommen wird. Der Beitrag setzt sich zudem mit der Rolle des Armeesenders Galatz, der Militärzensur sowie der zunehmenden Selbstzensur in der Berichterstattung über den Gazakrieg auseinander. Dabei werden auch die Herausforderungen für ausländische Journalisten und die unterschiedlichen Perspektiven der israelischen und palästinensischen Bevölkerung thematisiert.
Zu Besuch bei Israels kontroversem Fernsehsender
PoslušanoDiese Episode von «International» untersucht die wachsende Radikalisierung der israelischen Medienlandschaft am Beispiel des Senders Kanal 14. Der Bericht beleuchtet, wie sich dieser rechtsgerichtete Sender als Plattform für die Anhänger von Benjamin Netanyahu etabliert hat und dabei zunehmend mit Vorwürfen der Hetze und der Verbreitung von Verschwörungstheorien konfrontiert wird. Durch Interviews mit Journalisten, Autoren und Experten wird die Dynamik zwischen politischer Anpassung, dem Niedergang des klassischen Journalismus und dem Aufstieg populistischer Narrative im Kontext der israelischen Gesellschaft analysiert. Der Beitrag verbindet die Beobachtung realer Medienstrukturen mit literarischen Reflexionen über den Verlust journalistischer Integrität. Er beleuchtet zudem die internationale Parallele zu populistischen Bewegungen in anderen Ländern und hinterfragt die Rolle der Medien in einer tief gespaltenen Demokratie.
TALK: Warum ist die indische Gesellschaft so hierarchisch?
PoslušanoDieser Bericht beleuchtet die tief verwurzelte soziale Ungleichheit in Indien und das Fortbestehen des Kastensystems. Im Zentrum steht die prekäre Lage der Dalit, die trotz eines gesetzlichen Verbots seit 2013 weiterhin mit menschenunwürdigen Arbeiten wie dem manuellen Reinigen von Fäkalien beschäftigt sind. Die Südasien-Korrespondentin Maren Peters beschreibt die Mechanismen der Ausbeutung, die durch religiöse Vorstellungen und soziale Hierarchien zementiert werden. Die Reportage zeigt auf, wie Bildung und wirtschaftlicher Aufstieg durch die Kastenstruktur erschwert werden und welche lebensgefährlichen Risiken für die untersten Schichten bestehen. Neben Einzelschicksalen, wie dem eines hochgebildeten Aktivisten, wird das strukturelle Problem der Diskriminierung in ländlichen und urbanen Gebieten Indiens analysiert.
Dalit in Indien: Gefangen im Dreck
PoslušanoDiese Episode von International beleuchtet die lebensgefährliche und illegalisierte Arbeit der Fäkalienreinigung in Mumbai, Indien. Im Zentrum stehen Dalit-Arbeiter, die trotz eines gesetzlichen Verbots Klärgruben und Abflüsse mit bloßen Händen reinigen und dabei regelmäßig tödlich verunglücken. Der Bericht dokumentiert die Verbindung zwischen extremer Armut, dem jahrhundertealten hinduistischen Kastensystem und der mangelnden politischen Umsetzung von Menschenrechtsstandards. Durch persönliche Schicksale wie das der Witwe Vimla Cerrutia und die Perspektiven von Aktivisten wie Beswarda Wilson wird die systemische Diskriminierung sichtbar. Die Recherche zeigt auf, wie die Auslagerung von Reinigungsarbeiten an private Subunternehmer die Verantwortung der Stadtverwaltung verschleiert und die Arbeiter in einem Teufelskreis aus Zwangsarbeit, gesundheitlichen Schäden und sozialer Ausgrenzung gefangen hält.
TALK: Wer hat Angst vor dem Freedom Theatre Dschenin?
PoslušanoIn Dschenin im Westjordanland wachsen Kinder im Kreuzfeuer zwischen Palästinensern und Israeli auf. Das Freedom Theatre lehrt sie, ihre Gefühle mit Worten, statt Waffen auszudrücken. Damit gerät das Theater selbst ins Visier und wurde 2023 sogar zerstört. Trotzdem lässt es sich nicht mundtot machen.
Dschenin, Westjordanland: Ein Theater trotzt der Gewalt
PoslušanoDie Stadt Dschenin im Westjordanland ist ein Brennpunkt des Nahostkonflikts. Im Kreuzfeuer zwischen Palästinensern und Israeli entstand ein Theater, das den Waffen mit Worten entgegnete. Dafür wurde es zerstört. Aber tot ist das Theater noch nicht. International im Sommer – die Kurzreportage. Am 13. Dezember 2023 drangen israelische Soldaten ins Freedom Theatre Dschenin ein. Kurz danach verhafteten sie den Theaterdirektor Mustafa Sheta in einer grossen Militäroperation. «Die Soldaten kamen von allen Seiten, um mich zu verhaften: durch den Garten, sogar vom Dach, überall standen Jeeps: ich kam mir vor wie ein gesuchter Top-Terrorist, wie Osama Bin Laden.» Trotz internationaler Proteste von Kulturschaffenden: der Theaterdirektor verbrachte – ohne Anklage - fünfzehn Monate in israelischen Gefängnissen. Erst, als er am 13. März 2025 freigelassen wurde, erfuhr er: sein Theater gab es nicht mehr. Das Quartier, in dem es entstanden war: nur noch Schutt und Asche. Das palästinensische Freedom Theatre im…
TALK: Sind wirklich so viele Menschen unzufrieden in Deutschland?
PoslušanoEs wird viel gemeckert bei unserem nördlichen Nachbarn. Nicht verwunderlich, es liegt ja auch vieles im Argen. Die Infrastruktur, die Wirtschaft – es läuft vieles nicht rund. Aber ist das Gemecker auch immer gerechtfertigt? Darüber spricht Deutschlandkorrespondentin Simone Fatzer im Talk.
Eine Reise durch Deutschland. Zu jenen, die machen statt motzen.
PoslušanoEs klemmt gerade vielerorts in Deutschland. Der einstige Wirtschaftsmotor Europas stottert, die Infrastruktur bröckelt, die Bahn ist notorisch unzuverlässig und viele Handwerksbetriebe stehen mit dem Rücken zur Wand. Was also geht da noch? Und dank wem? Da sind die Bauarbeiter, die auch in der Sommerhitze die Autobahnen in Schuss halten. Die blöd angegangen werden. Und doch stolz darauf sind, dass sie ihren Job gemacht haben. Da ist der Bäckermeister, der trotz Krise des Handwerks tagtäglich in der Backstube steht, seine Schrippen bäckt und sich darüber wundert, warum in Deutschland so viel gemeckert und geklagt wird. Oder der Zugbegleiter, der nicht nur positiv denkt, sondern auch positiv ist. Und sagt: «Seien sie froh, dass der Zug fährt. Er könnte ja auch komplett ausfallen». Deutschland stottert, stagniert, aber bleibt nicht stehen. Denn: Leute wie sie halten mit ihrer Arbeit das Land am Laufen. Ihr Alltag ist manchmal schwierig, ihre Mitmenschen sind bisweilen respektlos. Doch, so sagt es ein…
TALK: Wird Präsident Trump von Geschworenen ausgebremst?
PoslušanoDonald Trump richtet das Justizministerium als Waffe gegen seine Gegner. Doch er wird teilweise ausgebremst: von Richterinnen und Richtern, aber auch von Geschworenengremien. USA-Korrespondent Andrea Christen dazu, wie normale Bürgerinnen und Bürger im Gerichtssaal ein Schutzschild sein können.
Trumps Vergeltung: Wie der Präsident die Justiz zur Waffe macht
PoslušanoIn seiner zweiten Amtszeit rechnet Donald Trump ab. Er verwandelt das Justizministerium in ein Werkzeug der Vergeltung, während er Anhänger und Verbündete begnadigt. Es ist unklar, ob sich der Rechtsstaat davon erholt. Trump macht keinen Hehl daraus, dass er auf Vergeltung aus ist. «Ich wurde gejagt, von sehr schlechten Menschen, aber jetzt bin ich der Jäger», sagte er im Mai. Trump, der erste US-Präsident der angeklagt und verurteilt wurde, sieht sich selbst als Opfer einer instrumentalisierten Justiz. Nun richtet er das mächtige Justizministerium seinerseits gegen seine Gegner. Er hat die traditionelle Unabhängigkeit der Bundesstaatsanwaltschaft aufgehoben und fordert die Strafverfolgung jener, die er zu seinen Feinden zählt. Verbündete, die verurteilt wurden, begnadigt er – auch jene, die am 6. Januar 2021 das Kapitol in Washington stürmten. «Es ist niederschmetternd, den Niedergang des Rechtsstaates mitansehen zu müssen», sagt Andrew Weissmann, der jahrelang ein führender Bundesstaatsanwalt war. Trump…
TALK: Wie religiös ist Brunei?
PoslušanoBrunei ist bekannt für prunkvolle Paläste, goldene Staatskarossen und die reiche Herrscherfamilie. Seit einigen Jahren gelten in Brunei strenge Scharia-Gesetze. Es drohen drakonische Strafen. Martin Aldrovandi hat Brunei bereist, im Talk erzählt er, wie die Menschen im kleinen Sultanat leben.
Brunei: Die strenge Wohlfühl-Monarchie
PoslušanoIn Brunei lässt es sich gut leben: keine Einkommenssteuern, kostenlose Bildung und medizinische Versorgung. Der grosszügige Wohlfahrtsstaat ist jedoch eine absolute Monarchie mit strengen Scharia-Gesetzen. Sultan Hassanal Bolkiah ist der dienstälteste Monarch der Welt. Er regiert Brunei als absoluter Herrscher, lebt im grössten Palast der Welt und soll die grösste private Autosammlung besitzen. Den Reichtum verdankt das kleine Sultanat Öl- und Gasvorkommen. Auch die Einwohnerinnen und Einwohner profitieren davon: Sie müssen keine Einkommenssteuer bezahlen, Spitalbesuche und Schulen sind kostenlos. Für internationale Schlagzeilen und Empörung sorgte das Sultanat, als es vor einigen Jahren die Scharia verschärfte. Seither droht etwa Homosexuellen theoretisch die Todesstrafe durch Steinigung. In Brunei selbst fühlen sich viele vom Ausland missverstanden. Der pensionierte Saifful bringt es auf den Punkt: «Das Einzige, was den Menschen in Brunei fehlt, ist die Freiheit. Aber mehr Freiheit hat ihren Preis – was…
TALK: Trockenes Sizilien - woher kommt in Zukunft unser Essen?
PoslušanoIm Winter bezieht die Schweiz sehr viele Früchte und viel Gemüse aus dem Mittelmeer-Raum. Doch was geschieht, wenn die Trockenheit im Süden weiter zunimmt? SRF-Wissenschaftsredaktor Christian von Burg hat in Sizilien mit Bauern gesprochen, die nun kreative Lösungen suchen müssen.
Sizilien: Die Kornkammer wird zur Steppe
PoslušanoSizilien war schon für die Römer wichtig für die Ernährung. Bis heute, exportiert die grösste Insel Italiens nicht nur Getreide, sondern auch Zitronen, Orangen und viel Gemüse – auch in die Schweiz. Doch nun droht ein grosser Teil der ertragreichen Böden zur Wüste zu werden. Die höchste bisher in Europa gemessene Temperatur liegt bei 48,8 Grad Celsius. Gemessen wurde sie auf Sizilien. Im Sommer 2024 war die Dürre auf der Mittelmeerinsel so gross, dass die Bauern gezwungen waren, Tiere notzuschlachten und Zitrusbäume auszureissen. Der Klimawandel bedroht Sizilien als wichtige Kornkammer. Das Innere der Insel droht zur Wüste zu werden. 70 Prozent der Fläche sei betroffen, schätzt der italienische Forschungsrat. «Die Sahara dehnt sich aus gegen Norden», sagt Klimawissenschaftler Davide Faranda, «sie ist bereits in die südlichen Gebiete Europas eingezogen». Sizilien muss mit mehr Wetterextremen auskommen. Wie gehen die sizilianischen Bäuerinnen und Bauern mit dieser Situation um? Werden die Zitronen nun durch…
TALK: Wie lebt es sich als Beduine in Israel?
PoslušanoIn Israel leben mehrere Hunderttausend Beduinen, oft in prekären Verhältnissen: Eingepfercht in engen Wohnblocks in der Stadt Rahat etwa, oder staatlich nicht anerkannten Dörfern. Es ist oft ein Leben am Rande der Gesellschaft, wie ARD-Korrespondentin Bettina Meier erfahren hat.
Wie Beduinen in Israel und Palästina ums Überleben kämpfen
PoslušanoNoch etwa 100‘000 Beduinen leben in Dörfern, die der Staat Israel nicht anerkennt, ohne Strom, Wasser und ohne Rechte. Und das, obwohl die Beduinen seit Generationen vor allem in der Negev-Wüste und im Jordantal leben. Doch ihre traditionelle Lebensweise und ihre Dörfer sind in Gefahr. Erst kürzlich drohte Israels Finanzminister Bezalel Smotrich damit, die Beduinengemeinde Khan al-Ahmar im besetzten Westjordanland räumen zu lassen. Nicht nur die Beduinen aus Khan al-Ahmar leben seit Jahren mit der Angst, vertrieben zu werden. Für die Familie Zayed ist das bereits Realität geworden. Jüdische Siedler überfielen ihr Heimatdorf im Jordantal, drangen in Häuser ein, bedrohten die Bewohner. Die Familie musste fliehen. Doch auch dort, wohin Israel die Beduinen zwangsumsiedeln will, gibt es keine Zukunft. Seit den 70er Jahren versucht der Staat, die Beduinen nach Rahat umzusiedeln. Die Stadt in der Negev-Wüste platzt aus allen Nähten. Der Staat hat die Bewohner vergessen. Besonders für die vielen jungen Beduinen, die…
TALK: Welche Zukunft hat die Gen Z in Madagaskar?
PoslušanoJugendproteste haben im Herbst zu einem Regimewechsel in Madagaskar geführt. Das Durchschnittsalter in Madagaskar beträgt nur gerade 20 Jahre. Leonie March hat die junge Generation getroffen und mit ihr über ihre Zukunftsvisionen für das Land gesprochen.
Madagaskar: Wenn Korruption den Wasserhahn trockenlegt
PoslušanoIm Herbst 2025 hatten Proteste der jungen Bevölkerungsmehrheit, der GenZ, in Madagaskar zu einem Regimewechsel geführt. Auslöser war die Wasserkrise in dem südostafrikanischen Inselstaat. Eine militärgeführte Übergangsregierung verspricht nun Lösungen. Aber die Skepsis bleibt. Madagaskar hat schon viele Krisen und Regimewechsel erlebt. Es sei wie ein Land des ständigen Neuanfangs, der immer wieder scheitert, beschreibt Historiker Harilala Ranjatohery die Situation in seiner Heimat. Die GenZ-Proteste im letzten Herbst haben bei ihm jedoch leise Hoffnungen geweckt. Sie hatten sich zuerst am Thema Wasser entzündet - denn selbst in den Wohnungen der Hauptstadt Antananarivo kommt kaum ein Tropfen mehr, weil die öffentlichen Gelder für die Infrastruktur in korrupten Kanälen versickert sind. In den Provinzen führen Misswirtschaft und Klimawandel zu Dauerdürren, Hunger und chronischer Mangelernährung. Die neue militärgeführte Übergangsregierung hat grundlegende Reformen, ein Referendum und demokratische Wahlen 2027…
TALK: Fussball-WM Nordamerika – Kanada nur Juniorpartner der USA?
PoslušanoDie USA, Kanada und Mexiko sind die Gastländer der Fussball-WM. US-Präsident Trumps Bemerkung, Kanada sollte der 51. Bundesstaat der USA werden, sorgt im WM-Austragungsort Toronto für Unmut, wie Barbara Colpi festgestellt hat.
USA – Fussball-WM im Zeichen von Trumps Einwanderungspolitik
PoslušanoDie USA, Kanada und Mexiko organisieren zusammen die Fussball-WM. Politisch bestimmt aber hauptsächlich einer die Spielregeln: US-Präsident Trump. Die Reportage aus den USA und Kanada. Eine Fussball-Nation sind die USA eigentlich nicht. Die Mainstream-Sportarten sind American Football, Baseball, Basketball und Eishockey. Fussball ist in erster Linie der Sport der Migrantenfamilien aus aller Welt. Diese haben den Fussball in die USA gebracht und sie fiebern der WM im Sommer am meisten entgegen. Zum Beispiel die Jugendlichen des Global FC in Kansas City, Missouri, in der «Fussballhauptstadt der USA». Unter die Vorfreude mischt sich auch Angst: das US-Militär und die gefürchtete Einwanderungsbehörde des US-Präsidenten Trump werden in den WM-Austragungsstätten Präsenz markieren und, so fürchten Nicht-Weisse, Eingewanderte, ob legal oder illegal im Land, festnehmen und sogar ausschaffen. Zwar will Trump die USA als Fussball-Gastland präsentieren, aber willkommen sind nicht alle: Fussballfans aus Haiti oder dem…
TALK: Sprache und Fake News: Ein unlösbares Problem in Lettland?
PoslušanoSprache ist in Lettland definitiv keine Nebensache. Es herrscht erbitterter Streit um Sprache – russisch oder lettisch – und Fake News. Gleichzeitig misstraut fast die Hälfte der Bevölkerung jedem Medium. Peter Voegeli hat versucht, fast unlösbar grosse Probleme in einem kleinen Land zu entwirren.
Krieg der Sprachen: Information und Desinformation in Lettland
PoslušanoAuf 107,7 FM in Riga ist nur noch Rauschen zu hören. Das russischsprachige Programm des öffentlich-rechtlichen Radios von Lettland wurde abgeschaltet. Obwohl ein Drittel der Bevölkerung in den eigenen vier Wänden russisch spricht. Russische Propaganda versucht die Lücke zu füllen. Die russische Sprache wird in Lettland zunehmend verdrängt. Seit anfangs Jahr gibt es keinen russischsprachigen Unterricht mehr in Lettlands Schulen. Und auf russischsprachige Bücher und Zeitschriften wird neu eine viermal höhere Mehrwertsteuer erhoben. Wer einen russischen Pass besitzt, muss seit Moskaus Angriff auf die Ukraine 2022 Grundkenntnisse in Lettisch nachweisen, eine Sicherheitsüberprüfung bestehen oder das Land verlassen. Lettland war in seiner Geschichte insgesamt nicht einmal 60 Jahre unabhängig, aber Lettisch existiert als eigene Sprache seit über tausend Jahren. Weltweit sprechen vielleicht 1,5 Millionen lettisch, in den Nachbarländern Russland und Belarus sind es 150 Millionen Russischsprachige. Anders als in der…
TALK: Was ist, wenn in Frankreich ein «Bar-Tabac» dicht macht?
PoslušanoIn Frankreich sind schon tausende «Bar-Tabacs» verschwunden. Verlieren die Dörfer ihre Seele, wenn diese sozialen Treffpunkte schliessen? Frankreichkorrespondentin Zoe Geissler erzählt von ihren Eindrücken in Lothringen und warum sich viele dort von der Hauptstadt im Stich gelassen fühlen.
Vergewisserung am Tresen – Frankreich sucht Halt im «Bar-Tabac»
PoslušanoDas «Bar-Tabac» ist eine französische Institution - Bar und Tabakladen in einem. Wenn diese Treffpunkte überleben sollen, müssen sie sich weiterentwickeln, sagen die Behörden und investieren in Transformation. Doch liegt die eigentliche Bedeutung nicht gerade darin, dass sie so bleiben «wie früher»? In manchen «Bar-Tabacs» hängt noch der abgestandene Rauch der Vergangenheit, als die Gäste zum wässrigen Café am Tresen selbstverständlich Zigaretten rauchten – und sie einfach auf den Boden warfen, bevor sie die nächsten anzündeten. «Bar-Tabacs» sind legendär, sie dienten als Filmkulisse, wurden besungen in Chansons - nicht wirklich gemütlich, aber entscheidend als sozialer Treffpunkt, der keine Reservierung verlangt und keine Kleiderordnung kennt. Doch die Französinnen und Franzosen rauchen weniger, das Sozialleben in den Dörfern verändert sich, tausende «Bar-Tabacs» sind verschwunden. Sind diese Lokale noch zu retten? Yann Collet, der Patron im «Café du Centre» in Lothringen versucht es mit Diversifizierung.…
TALK: Waren Solaranlagen schuld am Blackout?
PoslušanoSolarenergie ist in Spanien auf dem Vormarsch. Doch mit den Anlagen wächst auch die Skepsis, das hat Auslandredaktor Beat Vogt auf seiner Reise durch die Extremadura erfahren. Zu gross, zu hässlich seien sie, heisst es. Manche geben dem Solarstrom gar die Schuld am grossen Stromausfall von 2025.
«Sollen wir Solarpanels essen?» Umkämpfte Energiewende in Spanien
PoslušanoViel Sonne und viel Land: Dank idealer Voraussetzungen für Solaranlagen könnte die westspanische Region Extremadura die Vorzeigeregion für die Energiewende sein. Doch die riesigen Anlagen wecken Widerstand. Und ausgerechnet im Solarparadies kämpfen Dörfer wieder für Atomkraft. In der Extremadura lohnt es sich mehr als anderswo, Solarenergie zu nutzen: die Sonne scheint an gegen 300 Tagen im Jahr. Tatsächlich steht in der Region bereits der grösste Solarpark Spaniens, der bald Strom für rund eine halbe Million Haushalte produzieren wird. Doch viele Einheimische stören sich an den gigantischen Anlagen, sie verschandelten die Natur und nähmen der Landwirtschaft den Raum weg. «Sollen wir künftig Solarpanels essen?», fragt eine Frau aus Almaraz. Sie möchte stattdessen, dass das über 40 Jahre alte Kernkraftwerk in ihrem Dorf noch weiter betrieben werden darf – obschon dessen Schliessung beschlossen ist. Viele Spanierinnen und Spanier würden ihr zustimmen. Die Kernkraft hat wieder stark an Popularität gewonnen. Der…
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